{"id":968,"date":"2009-08-28T13:41:39","date_gmt":"2009-08-28T11:41:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2009\/08\/28\/streichen-sagen-fasten\/"},"modified":"2009-10-11T09:59:59","modified_gmt":"2009-10-11T07:59:59","slug":"streichen-sagen-fasten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2009\/08\/28\/streichen-sagen-fasten\/","title":{"rendered":"Streichen, s\u00e4gen, fasten."},"content":{"rendered":"<p>Derzeit lesen sich unsere Nachrichten, wie das Drehbuch zu &#8222;H\u00f6r mal wer da h\u00e4mmert&#8220;. Denn nachdem sowohl Tischler als auch Maurer erfolgreich das Geld f\u00fcr ihre mehr oder weniger erfolgreich beendeten Renovationen einkassiert hatten, lechzten nun die Innenr\u00e4ume des Studienzentrums nach einem Anstrich.<br \/>\nDen bekamen sie in der letzten Woche auch verpasst. Ganz gruppendynamisch &#8211; mit Unterst\u00fctzung unserer Studenten. Mehr als ein Dutzend junger Leute halfen uns. Aus Freundschaft &#8211; und f\u00fcr einen Teller Reis mit So\u00dfe.<br \/>\n<!--more--> Gut, es mag auch eine Rolle gespielt haben, dass im afrikanischen Kontext vom Sch\u00fcler erwartet wird, dass er dem Lehrer gef\u00e4lligst zur Hand geht. Wer sind wir, dass wir uns dagegen wehren&#8230;<br \/>\nWir wendeten das altbekannte &#8222;Tom Sawyer&#8220;-Prinzip an und erz\u00e4hlten unseren jungen Freunden, wie unglaublich toll es sich anf\u00fchlt, wenn der eigene Farbroller \u00fcber die Wand rast oder der Fuchsschwanz seine Bahnen durchs Holz zieht. Es brauchte so gut wie keine \u00dcberzeugungsarbeit &#8211; die Jungs und M\u00e4dels rissen sich f\u00f6rmlich um die Werkzeuge. Und so schwangen sie mit uns die Pinsel, s\u00e4gten Holzleisten und klebten Bilderahmen f\u00fcr die Poster, die nun die W\u00e4nde versch\u00f6nern.<br \/>\nBesonders die Malerei hatte es in sich. Die Nachwuchsmaler schleuderten die Pinsel und Roller, wie Picasso h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Die Farbe wurde dabei nicht nur \u00fcber Wand und Decke, sondern genauso freigiebig \u00fcber den Fu\u00dfboden und die Anstreicher verteilt. So gr\u00fcndlich, dass wir am Ende des Tages alle mehr oder weniger wie echte Bleichgesichter aussahen.<br \/>\nUnd wenn so auch die farblichen Unterschiede kurzzeitig beseitigt waren &#8211; die religi\u00f6sen traten bald darauf wieder zutage. Denn wir zwei Christen essen. Das ist seit dem Wochenende tags\u00fcber in T\u00e9lim\u00e9l\u00e9 nicht selbstverst\u00e4ndlich. Am Samstag begann der Ramadan, der islamische Fastenmonat. Was dadurch angek\u00fcndigt wurde, dass die Moschee in der ersten Nacht nonstop elektrisch verst\u00e4rkten arabischen Gebetsrap abspielte. Wir waren vorbereitet und hatten Schaumgummi-Ohrst\u00f6psel neben dem Bett liegen.<br \/>\nDeshalb st\u00f6rten uns auch die um halb vier klappernden Kocht\u00f6pfe nur bedingt. Die werden noch in der Nacht aufs Feuer gesetzt, um den Fastenden vor Sonnenaufgang zu einem pr\u00e4chtig gef\u00fcllten Magen zu verhelfen. \u00dcbrigens gilt diese Mahlzeit im Dunkeln nach islamischer Rechtslehre als sehr empfehlenswert. Danach gibt&#8217;s allerdings den ganzen Tag nichts zu essen und nichts zu trinken. Und weil Muslime etwa ab der Pubert\u00e4t fasten, geht eine unsichtbare Trennlinie durch unsere Jugendlichen. Da gibt es die, die essen.<br \/>\nUnd die, die fasten. Schweigen wir \u00fcber die, die heimlich essen &#8211; nach diversen Sch\u00e4tzungen unserer (muslimischen) Freunde, mehr als die H\u00e4lfte.<br \/>\nInteressanterweise gilt sowohl unser Haus als auch unser Auto bei einigen Leuten als fastenfreie Zone. Ist ja auch zu hart, wenn die Bleichgesichter Mittag essen&#8230; und die G\u00e4ste zugucken sollen. Nun, es ist ihre freie Entscheidung &#8211; beziehungsweise, die ihres Magens. Guten Appetit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit lesen sich unsere Nachrichten, wie das Drehbuch zu &#8222;H\u00f6r mal wer da h\u00e4mmert&#8220;. Denn nachdem sowohl Tischler als auch Maurer erfolgreich das Geld f\u00fcr ihre mehr oder weniger erfolgreich beendeten Renovationen einkassiert hatten, lechzten nun die Innenr\u00e4ume des Studienzentrums nach einem Anstrich. Den bekamen sie in der letzten Woche auch verpasst. 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