{"id":326,"date":"2007-09-14T12:57:07","date_gmt":"2007-09-14T11:57:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/09\/14\/verloblicht\/"},"modified":"2007-09-14T12:57:07","modified_gmt":"2007-09-14T11:57:07","slug":"verloblicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/09\/14\/verloblicht\/","title":{"rendered":"Verl\u00f6blicht"},"content":{"rendered":"<p>Heute begann bei uns der Ramadan. Merkt man daran, dass um vier Uhr fr\u00fch die Kocht\u00f6pfe des Viertels klappern, weil alle Welt noch mal so richtig reinhaut. Ehe dann mit vollem Einsatz gefastet wird. Und zwar solcherart, dass nach Sonnenaufgang jeder der es sich leisten kann, seinem Bauch etliche Stunden Extra-Schlaf g\u00f6nnt. Weil: wer schl\u00e4ft, hat keinen Hunger. <!--more--> Gestern, am letzten &#8222;normalen&#8220; Tag, durften wir daf\u00fcr noch einmal einen Moment der V\u00f6llerei miterleben. Die Nachbarn unseres Centers verlobten n\u00e4mlich ihre Tochter. Mit allem Drum und Dran. Und ohne Verlobten (Dazu sp\u00e4ter mehr).<br \/>\nTaibou hatte an diesem Tag die fragw\u00fcrdige Gelegenheit, ihren Preis kennenzulernen. Eine Million musste Juniors Familie f\u00fcr sie hinbl\u00e4ttern. Guinea Franc wohlgemerkt. Das sind nicht mal zweihundert Euro. Nun, wir konnten ihr versichern, dass sie viiiiiiel mehr wert ist&#8230;<br \/>\nDie Veranstaltung war &#8211; vom Essen mal ganz abgesehen &#8211; f\u00fcr uns auch ein pers\u00f6nlicher Moment, weil besagtes T\u00f6chterchen seit zwei Jahren zu unseren Sch\u00fclern geh\u00f6rt. Bevor die Verlobung unter Dach und Fach gebracht wurde, durften wir denn auch dem Herrn Papa unsere Meinung zum Besten geben. Weil wir als Ausbilder in technischen und moralischen Fragen die Entwicklung vom T\u00f6chterchen Taibou einigerma\u00dfen einsch\u00e4tzen k\u00f6nnten. Er fragte uns, was wir von den Pl\u00e4nen hielten.<br \/>\nNun. Wir sangen das Loblied der Kommunikation. Will sagen, die Beiden sollen sich erstmal kennen lernen. Es ist immer noch fremdartig f\u00fcr uns, wenn da ein siebzehnj\u00e4hriges M\u00e4del mit einem jungen Mann verlobt &#8211; bzw. verheiratet &#8211; wird, den sie eigentlich nicht kennt. Immerhin: Sie hat ihn schon mal gesehen. Vor zehn Jahren. Von weitem. Oder so.<br \/>\nAber auch f\u00fcr den Papa war es eine zweischneidige Sache, die erste und einzige Tochter ein St\u00fcck weit abzugeben, auf die er doch zu Beginn seiner eigenen Ehe drei Jahre warten musste (und das sind in einer afrikanischen Ehe oftmals drei Ewigkeiten oder zwei neue Frauen). Er blieb \u00fcbrigens bei seiner ersten und einzigen Frau.<br \/>\nDie Familie hatte schon einige andere Anfragen, da Taibou aus einer angesehenen Familie kommt und gesund, lustig und attraktiv ist.<br \/>\nDeshalb, und um seiner Tochter ein paar Jahre Ruhe zu verschaffen, war jetzt nach Meinung des Papas eine Verlobung f\u00e4llig.<br \/>\nEigentlich war&#8217;s sogar eine vollst\u00e4ndige islamische Hochzeit. Nur dass sie noch nicht vollzogen wird.<br \/>\nDenn der junge Mann mit dem wohlklingenden Namen &#8222;Junior&#8220; weilt derzeit in den USA und besucht dort die Schule. Weshalb die &#8222;echte&#8220; Hochzeit nicht stattfinden wird, bevor mindestens drei Jahre ins Land gehen. In der Zeit haben die Beiden genug Gelegenheit, sich kennenzulernen. Ehe sie sich zum erste Mal in Realit\u00e4t treffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute begann bei uns der Ramadan. Merkt man daran, dass um vier Uhr fr\u00fch die Kocht\u00f6pfe des Viertels klappern, weil alle Welt noch mal so richtig reinhaut. Ehe dann mit vollem Einsatz gefastet wird. Und zwar solcherart, dass nach Sonnenaufgang jeder der es sich leisten kann, seinem Bauch etliche Stunden Extra-Schlaf g\u00f6nnt. 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