{"id":325,"date":"2007-09-07T13:37:23","date_gmt":"2007-09-07T12:37:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/09\/07\/vorbilder\/"},"modified":"2007-09-07T13:37:23","modified_gmt":"2007-09-07T12:37:23","slug":"vorbilder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/09\/07\/vorbilder\/","title":{"rendered":"Vorbilder"},"content":{"rendered":"<p>Bei uns im Center wollen wir nicht nur die Computertastaturzehnfingertipptechnik f\u00f6rdern. Sondern auch Hirnz\u00fcndfunken. <!--more--> Deshalb gr\u00fcbeln Romy und ich immer wieder dar\u00fcber, welche Aufgaben unsere Helden w\u00e4hrend unserer Kurse erledigen sollen, um sowohl technisch als auch menschlich neue H\u00f6hen zu erklimmen. Wenn schon nicht den Mount Everest, dann wenigstens den Maulwurfsh\u00fcgel der Herzensbildung. Vor ein paar Tagen hatten wir eine geniale Hybridaufgabe gefunden, die sowohl das Know-how als auch das Know-why miteinander verbinden sollte. Dachten wir in einem Anfall von Hirnfehlz\u00fcndungen.<br \/>\nEs handelte sich um eine Tabelle, einzuf\u00fcgen ins Textverarbeitungsprogramm. Sch\u00f6n zu formatieren, zu f\u00fcllen und aufzuh\u00fcbschen.<br \/>\nSoweit die technische Herausforderung.<br \/>\nInhaltlich sollten unsere Studenten in der Tabelle ein paar Sachen eintragen. In der ersten Zeile sie selbst betreffende Angaben, in den sieben folgenden Zeilen Infos \u00fcber ihre Freunde und Familie. Spalte 1 war der Name, gefolgt vom Spitznamen (ein Muss in einer Kultur, die den Beinamen zu einem Menschenrecht definiert hat). In der dritten Spalte folgte das Alter. Soweit so gut. Doch dann wurde es schwieriger. Sie sollten den gr\u00f6\u00dften Traum, die Lieblingsmusik und ihr gr\u00f6\u00dftes Vorbild in die Spalten eintragen. Um es einfacher zu machen, hatte ich mein eigenes Beispiel gegeben.<br \/>\nName: Hakiim Kalil Kouyat\u00e9 Spitzname: Heiko \ud83d\ude09 Alter: unziemlich Gr\u00f6\u00dfter Traum: mit kreativem Kram das Leben bestreiten Lieblingsmusik: electronic melodic groove core (DAS kam wirklich gut an) Vorbild: Jesus Christus.<br \/>\nInsbesondere mit letzterem wurden die Leute gekitzelt. Etwa 90% schrieben als pers\u00f6nliches Vorbild n\u00e4mlich den Propheten Mohammed in ihre Spalte. 80% \u00fcbrigens falsch. Sei&#8217;s drum, es war Ehrensache, schlie\u00dflich hatte der &#8222;Mann des Buches&#8220; (n\u00e4mlich ich, der Christ) seinen Glaubensgr\u00fcnder aufgeschrieben. F\u00fcr die Kumpels, Onkels und Tanten vergaben sie weniger verf\u00e4ngliche Modelle: Snoop Dog, die Mutter, den Gro\u00dfvater oder Fifty Cent. \u00c4u\u00dferst ausgewogen. Ein ganz besonders Ahnungsloser schrieb &#8222;Adolphe Hitler&#8220;&#8230; Der traurige Aspekt an diesem Eintrag ist, dass er nur bedingt durch Naivit\u00e4t zu erkl\u00e4ren ist. Ein starker Mann, der auch noch &#8222;mit den Juden aufger\u00e4umt&#8220; hat, ist einem afrikanischen muslimischen Land zu oft ein Vorbild bei den weniger Gebildeten. Auch wenn das in etwa auf demselben Niveau liegt, wie jener andere suizid\u00e4re junge Guineer, der neulich ein wei\u00dfes Kapuzenshirt trug, beschriftet mit &#8222;Ku Klux Klan&#8220;.<br \/>\nImmerhin kam meine Klasse so in den Genuss einer kurzen Unterrichtsstunde zum Thema &#8222;Menschenverachtende Massenm\u00f6rder &#8211; meine Muster?&#8220;.<br \/>\nUnd wenn wir auch nicht mit dem Snowboard vom Mount Everest der Tugend herunterschlittern, so rodeln wir doch im Bilde gesprochen immerhin schon auf dem &#8222;Idiotenh\u00fcgel&#8220;. Immer im Kopf behaltend, dass &#8222;Idiot&#8220; urspr\u00fcnglich &#8222;Unm\u00fcndiger&#8220; bedeutete. Und das sind wir doch alle irgendwie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei uns im Center wollen wir nicht nur die Computertastaturzehnfingertipptechnik f\u00f6rdern. 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