{"id":322,"date":"2007-08-28T15:22:07","date_gmt":"2007-08-28T14:22:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/08\/28\/aufs-dach-gestiegen-teil-257634\/"},"modified":"2007-08-28T15:22:07","modified_gmt":"2007-08-28T14:22:07","slug":"aufs-dach-gestiegen-teil-257634","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/08\/28\/aufs-dach-gestiegen-teil-257634\/","title":{"rendered":"Aufs Dach gestiegen &#8211; Teil 257.634"},"content":{"rendered":"<p>Eine Frage, die w\u00e4hrend der Wochen in Deutschland ununterbrochen an unserem Unterbewusstsein nagte, war folgende: &#8222;Wird unser Dach dichthalten?&#8220; Und eine Antwort, die sich genauso permanent in unseren Geist schob, behauptete: &#8222;Nee.&#8220; <!--more--> Insofern war es keine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung, als wir zur\u00fcck in T\u00e9lim\u00e9l\u00e9 in unser Haus und etliche Pf\u00fctzen traten. Immerhin bescherte der Dachschaden mir die Gelegenheit, t\u00e4glich mit unserm Hausbesitzer zu konferieren. Immer nach etwa folgendem Muster:Ich:<br \/>\n&#8222;Hallo? Wie geht&#8217;s, wie steht&#8217;s?&#8220; Er:\t&#8222;Gut. Und selbst?&#8220; Ich:\t&#8222;Naaaaja. Genaugenommen regnet es rein. In vier Zimmern.&#8220; Er:\t&#8222;Aaaaach so. Kann ich mir eigentlich \u00fcberhaupt nicht vorstellen. Habe doch alles reparieren lassen!&#8220; (Mit l\u00f6chrigen Blechen, die von den Wei\u00dfen anschlie\u00dfend hilfsgeklebt und styroporisiert wurden) Ich:\t&#8222;Nun. Wir haben nach jedem Regenguss drei Eimer Wasser aufzuwischen.&#8220; Er:\t&#8222;Drei? Oder nur zwei?&#8220; Ich:\t&#8222;Was k\u00f6nnen Sie uns vorschlagen?&#8220; Er:\t&#8222;Hmm. Da muss man was tun. Ich denke nach. Rufen Sie morgen wieder an. Oder in zwei Monaten! Oder am besten gar nicht mehr.&#8220; Man musste nicht hellseherisch veranlagt sein, um mitzukriegen, dass unser Monsieur Ciss\u00e9 keinen Bock hatte, seine kleine Goldgrube zu reparieren. Schlie\u00dflich zahlten wir etwa das Vierfache des in T\u00e9lim\u00e9l\u00e9 \u00fcblichen Mietpreises. Und diesen Reingewinn wollte er auf keinen Fall durch banale Reparaturen schm\u00e4lern. Romy hatte mehrmals die gute Idee, doch auf den Tisch zu hauen. Blo\u00df, dass ich zu solcher Faust-auf-Holz-Diplomatie nicht wirklich geeignet bin.<br \/>\nWeshalb die Dachreparaturverhandlungen in etwa so erfolgreich verliefen, wie die Atomverhandlungen der UNO mit dem Iran.<br \/>\nUnd ausziehen konnten wir maximal uns selbst, nicht jedoch aus dem Haus. Weil es zum einen keine passenden, au\u00dferdem trockenen und gleichzeitig leeren H\u00e4user gibt. Und weil wir zum anderen die Miete schon etliche Zeit im Voraus bezahlt hatten, damit unser flei\u00dfiger Hausbesitzer (wie versprochen) unser Dach tipptopp reparieren konnte.<br \/>\nAlso blieb nur weitere Telefonverhandlungen. Nachdem ich den Vermieter soweit hatte, dass er tats\u00e4chlich etwas tun wollte, stellte sich heraus, dass er der Meinung war, wir sollten alles zahlen. Zus\u00e4tzlich zur Miete. Er umschrieb das mit der sch\u00f6nen Redewendung:<br \/>\n&#8222;Die Reparatur ist eine Sache zwischen Euch und mir.&#8220; Unausgesprochen, aber trotzdem klar verst\u00e4ndlich war seine Auslegung des Satzes: &#8222;Ich trage die Verantwortung, ihr den Rest.&#8220; Drei Telefonate sp\u00e4ter waren wir immerhin soweit, dass er die Reparatur auch von unserer Miete bestreiten wollte. Juhu. Alles klar.<br \/>\nOder?<br \/>\nImmer noch kamen keine Arbeiter angeturnt.<br \/>\nZwei Tage sp\u00e4ter fragte er mich, ob wir ihm das Geld nicht vorschie\u00dfen k\u00f6nnten. Bis nach Ramadan. Alle Schulden werden immer bis nach dem Ende der Fastenzeit verschoben! Weil man nach Ramadan all sein Geld f\u00fcr gutes Essen und Klamotten auf den Kopf haut und anschlie\u00dfend hundertprozentig keine Schulden bezahlen kann, sich also deshalb auch keine Sorgen machen muss.<br \/>\nZ\u00e4hneknirschend stimmten wir zu.<br \/>\nJetzt mussten wir nur noch das Material einkaufen (weil wir ja so ein praktisches Auto haben), die Arbeiter informieren (weil die Telefonkarte unseres Hausbesitzers gerade totaaal leer war) und anschlie\u00dfend nur noch warten.<br \/>\nDas Material war da. Morgens um acht wollten die Arbeiter kommen. Sie gl\u00e4nzten nicht nur um acht, sondern auch den Rest des Tages durch Abwesenheit. Aber sie kamen immerhin 24 Stunden sp\u00e4ter. Als erste Amtshandlung verhandelten sie mit dem Vermieter \u00fcber einen Preis f\u00fcr ihre Leistungen. Doch dann kamen sie m\u00e4chtig in die G\u00e4nge und wechselten einige der schlimmsten Bleche aus.<br \/>\nFreudestrahlend verabschiedeten sie sich nach Beendigung ihrer Ersten Hilfe. Und fragten nach Geld. Schlie\u00dflich hatte der Vermieter ihnen versichert, dass wir sie bezahlen w\u00fcrden. Nach Ramadan w\u00fcrden wir&#8217;s ja schlie\u00dflich von ihm wiederbekommen&#8230;<br \/>\nDer n\u00e4chste Tag \u00fcberraschte uns. Die Reparatur hatte gehalten. Aber rechts und links der Reparatur hatte es schlimmer reingeregnet als je zuvor, so dass ein bisher trockenes Zimmerchen nun zus\u00e4tzlich noch fl\u00e4chendeckend unter Wasser stand. Was uns g\u00e4nzlich neue Reparaturperspektiven er\u00f6ffnet. Mal sehen, was unser Hausbesitzer dazu sagen wird.<br \/>\n&#8222;Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Eimer Wasser her&#8230;&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Frage, die w\u00e4hrend der Wochen in Deutschland ununterbrochen an unserem Unterbewusstsein nagte, war folgende: &#8222;Wird unser Dach dichthalten?&#8220; Und eine Antwort, die sich genauso permanent in unseren Geist schob, behauptete: &#8222;Nee.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-322","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=322"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}