{"id":305,"date":"2007-06-08T12:01:11","date_gmt":"2007-06-08T11:01:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/06\/08\/armdrucken\/"},"modified":"2007-06-11T11:00:13","modified_gmt":"2007-06-11T10:00:13","slug":"armdrucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/06\/08\/armdrucken\/","title":{"rendered":"Armdr\u00fccken"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wartet man in Guinea st\u00e4ndig auf irgendwas. In der Trockenzeit auf den Regen. Wenn&#8217;s regnet, endlich wieder auf Sonnentage.<br \/>\nAls die alten Pr\u00e4fekten noch schalteten und walteten, wartete alle Welt auf den Umschwung. Und nun, da der Umschwung da ist, warten alle auf neue Pr\u00e4fekten.<!--more--><br \/>\nDenn logischerweise muss in einem Land verwaltet werden. Und sei es nur die Misere. Doch im Augenblick h\u00e4ngt das Land in einer Art Winterschlaf fest. Es geht schon vorw\u00e4rts, aber nicht richtig.<br \/>\nAm Premierminister liegt es nicht. Der rotiert wie ein Brummkreisel und ist zur Zeit gerade in den US of A, um Unterst\u00fctzung zu aktivieren.<br \/>\nSchon vor \u00fcber einem Monat hatte der gute Mann seine Liste mit neuen, engagierten und unbestechlichen Pr\u00e4fekten beim Pr\u00e4sidenten vorgelegt.<br \/>\nUnd hier liegt der Haken des gesamten Neuanfangs in Guinea: Der alte Pr\u00e4si muss die Anordnungen und Dekrete des neuen Premiers mit seiner Unterschrift validieren.<br \/>\nSo ziemlich jedes Mal ein Armdr\u00fccken, weil in der Umgebung des (mittel)gro\u00dfen Diktators nicht erst seit gestern hunderte von Vasallen herumschwirren, auf der Suche nach neuen Posten. Alles Leute, die das Land in den letzten Jahrzehnten heruntergewirtschaftet haben und jetzt versuchen, auf den neuen Karren aufzuspringen. Um auch den wieder in den Dreck zu steuern.<br \/>\nUnd der Pr\u00e4si unterschreibt nun schon seit etlichen Wochen nicht. W\u00fcrde gar zu gern ein paar seiner eigenen Kandidaten hineinbekommen. Was der Premier nicht will. Wir werden sehen, wer den l\u00e4ngeren Atem hat.<br \/>\nIn der Zwischenzeit war die neue Regierung in Klausur. Nach einem langen Wochenende am Strand von Bel-Air (den gibt&#8217;s hier auch!) wurden schlie\u00dflich 75 Thesen f\u00fcr eine guineische Entwicklung ver\u00f6ffentlicht. Das kommt zwar nicht ganz an Luther ran, ist aber trotzdem sehr ambiti\u00f6s, besonders, da das meiste schon innerhalb der n\u00e4chsten sechs Monate verwirklicht werden soll.<br \/>\nMit einem bremsenden Pr\u00e4sidenten nicht so einfach.<br \/>\nAber auch das Volk hat seinen Reformwillen schon wieder ein bisschen bereut. Als eine der ersten Beschl\u00fcsse verh\u00e4ngte die Regierung vor ein paar Wochen einen Exportstopp f\u00fcr die wichtigsten Lebensmittel. Damit es im Land genug zu Essen gibt und damit die Preise f\u00fcr Reis, Fisch und Konsorten wieder fallen.<br \/>\nNehmen wir den Fisch. Dessen Preis ist sogar noch gestiegen. Denn die Fischer, die bisher f\u00fcr den Export arbeiteten, haben wenig Lust, nun f\u00fcr weniger Geld an ihre Landsleute zu verkaufen. Das nenne ich Patriotismus!<br \/>\nDa kann man nur hoffen, dass der Premier die Produzenten und Zwischenh\u00e4ndler zu besseren Handlungen motivieren kann, analog zu dem was Paulus an die Epheser geschrieben hat: Die guten Taten sind schon vorbereitet, wir m\u00fcssen nur noch dem Konzept folgen und &#8218;in ihnen wandeln&#8216;.<br \/>\nSchade nur, dass &#8222;der gute Mensch von Seezunge&#8220; das oft nur unter Druck tut. Ein weiteres Armdr\u00fccken. Gut f\u00fcr die Muskulatur des Premiers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wartet man in Guinea st\u00e4ndig auf irgendwas. In der Trockenzeit auf den Regen. 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