{"id":116,"date":"2007-04-20T15:20:27","date_gmt":"2007-04-20T14:20:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/04\/20\/stacheldraht\/"},"modified":"2007-04-20T15:20:27","modified_gmt":"2007-04-20T14:20:27","slug":"stacheldraht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/04\/20\/stacheldraht\/","title":{"rendered":"Stacheldraht"},"content":{"rendered":"<p>Wir setzen auf saubere Konzepte. Deshalb ist unser Lieblings-Kleinprojekt auch eine Seifenproduktion. Seit nun schon drei Jahren r\u00fchrt &#8222;Onkel&#8220; Ba\u00eflo seinen Sud. <!--more--> Es gab nur ein Problem: Als er anfing, die Goldbarren f\u00fcr Schmutzige zu fabrizieren, kosten 20 Liter \u00c4l noch zwanzigtausend Guinea-Franc. Seitdem hat sich der Preis verachtfacht. Deshalb hatten wir von Anfang an die Idee einer eigenen \u00c4lpalmenplantage. Und unterst\u00fctzten den Onkel bei der Umsetzung.<br \/>\nLetztes Jahr kaufte er ein St\u00fcck Land im Nirgendwo. Nat\u00fcrlich musste das Gel\u00e4nde mit Stacheldraht eingez\u00e4unt werden, weil auch K\u00fche die kleinen sprie\u00dfenden Bl\u00e4tter m\u00f6gen. Eigentlich ein simples, aber knochenbrechendes Projekt: auf 330 Meter Umfang musste alle eineinhalb Meter ein Loch gegraben, ein Holzpfahl gepflanzt und drei Lagen Draht gespannt werden. Eine Holzhackerbrigade wurde angeheuert, ein klappriger Truck f\u00fcr den Transport gechartert. Und alles schien im Butter.<br \/>\nEine Woche nach Beginn der Arbeiten besuchten wir die Baustelle. Noch auf dem Weg machten wir unsere Murphys-Gesetz-Witze: dass kein Holz da sein w\u00fcrde, dass die Arbeiter mehr Geld wollten und so weiter.<br \/>\nNach der Ankunft sahen wir die Realit\u00e4ten. Die k\u00fcnftige Plantage lag auf einem sch\u00f6nen Fleckchen Erde. Noch ganz unber\u00fchrt! Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zaunpfahl-L\u00f6cher waren noch nicht gegraben. Die Holzhacker-Buam hatten noch kein Holz geschlagen. Und wollten mehr Geld. Der LKW-Fahrer war nicht gefunden worden. Aber sonst war&#8217;s sch\u00f6n!<br \/>\nVier Tage sp\u00e4ter. Es lief gut! Die Holzhauer hatten sich beeilt. Weil&#8217;s mehr Geld gab. W\u00e4hrend das Holz fiel, buddelte Ba\u00eflo mit seinen Neffen schon die L\u00f6cher, in denen die Pfosten &#8222;gepflanzt&#8220; werden sollten. Er hoffte, nach zwei weiteren Tagen fertig zu werden.<br \/>\nHa. Ha. Ha. Und ha.<br \/>\nDrei Tage sp\u00e4ter die n\u00e4chste Baustellenbesichtigung. Der Onkel hatte gut gearbeitet, alle L\u00f6cher waren fertig und die H\u00e4lfte der Pf\u00e4hle gepflanzt. Danach war n\u00e4mlich das Holz alle gewesen. Denn die Holzhacker hatten nur die H\u00e4lfte gehauen. Eine LKW-Ladung. Sie waren fest davon \u00fcberzeugt gewesen, dass es sich um zwei handeln w\u00fcrde. Die Wahrheit liegt eben im Auge des Betrachters. Was waren sie erstaunt, als sie erblickten, dass der Laster tats\u00e4chlich s\u00e4mtliches Holz mit einem Mal deplatzierte!<br \/>\nSofort sahen sie ihre Fehleinsch\u00e4tzung ein (hofften wir!). Und versprachen schon am n\u00e4chsten Tag weiterzuhacken (hofften wir!). Und weil Hoffnung ein gutes Ding ist, hoffen wir auch, dass irgendwann, so gegen Anfang Juni, wenn&#8217;s regnet, Onkel Ba\u00eflo 250 Setzlinge pflanzen wird.<br \/>\nWenn man davon absieht, dass 200 Meter des Stacheldrahtes so verrostet waren, dass sie beim Spannen regelm\u00e4\u00dfig rissen, ist es n\u00e4mlich ein feines Grundst\u00fcckchen, dass nun seiner Bepflanzung harrte.<br \/>\nGuantanamo f\u00fcr Palmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir setzen auf saubere Konzepte. Deshalb ist unser Lieblings-Kleinprojekt auch eine Seifenproduktion. 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