{"id":107,"date":"2007-03-22T13:13:25","date_gmt":"2007-03-22T12:13:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/03\/22\/vertrauen-ist-gut\/"},"modified":"2007-03-22T13:13:25","modified_gmt":"2007-03-22T12:13:25","slug":"vertrauen-ist-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rhschwarz.de\/index.php\/2007\/03\/22\/vertrauen-ist-gut\/","title":{"rendered":"Vertrauen ist gut."},"content":{"rendered":"<p>Geh\u00f6rt aber zu den vom Aussterben bedrohten Spezies. Sicher auch im s\u00e4kularisierten Europa, aber &#8211; ganz subjektiv und str\u00e4flich generalisiert &#8211; in Guinea noch viel mehr. Verklagt mich wegen politischer Unkorrektheit! <!--more--> Wir haben kein Personal. Zum einen wegen unserer ostdeutschen Arbeiter-und-Bauern-Pr\u00e4gung. Es tut meinem Auge weh, jemand f\u00fcr mich putzen zu sehen (Schweigen wir hier \u00fcber meine halbherzigen ich-tu-was-im-Haushalt-Macho-Versuche). Vor allem aber ist es einfach zu anstrengend. Egal, ob es sich um einen Maurer, einen G\u00e4rtner, einen Halbkreisfacharbeiter (Wischmob-Mann) oder einen Privatchauffeur handelt. Zwar argumentieren die Arbeitgeber &#8211; und ich unterschreibe diese Behauptung auch ungesehen &#8211; dass man als reicherer Mensch vielen Leute die So\u00dfe auf den Reis finanzieren kann. Das Problem ist aber, dass man einhundert Prozent der Zeit \u00fcberwachend neben der angestellten Person verbringen muss. Um das Verschwinden von L\u00f6ffeln, Zements\u00e4cken, Automobilen, Bankkonten oder Unterw\u00e4schesets zu verhindern.<br \/>\nWas ordnete eine befreundete Gro\u00dfmama neulich an? Ihr Sohn war leider vor der Zeit verschieden, und die Stadt w\u00fcrde demn\u00e4chst zum Kondolieren ins Haus kommen? &#8222;R\u00e4umt das Wohnzimmer leer und schafft alle Sch\u00fcsseln, Decken und den Rest in die Schlafzimmer.<br \/>\nSchlie\u00dft zweimal ab! Ihr wisst, wie die Leute mit dem linken Auge Tr\u00e4nen vergie\u00dfen. W\u00e4hrend das rechte nach lohnenden Objekten Ausschau h\u00e4lt, die unters Kleid gestopft werden k\u00f6nnen.&#8220; Originalton Ende. &#8211; &#8211; Einer der Offiziellen in unserer Stadt ist der stolze Dienstherr eines Chauffeurs, eines Kammerdieners, einer K\u00f6chin, zweier Kammerm\u00e4dels und eines Leibw\u00e4chters. Und hat viel Spa\u00df mit diesem modernen Hofstaat.<br \/>\nSein Chauffeur war dieser Tage in der Hauptstadt, um den Dienstwagen nach einer Totalschadenreparatur wieder nach T\u00e9lim\u00e9l\u00e9 zu \u00fcberf\u00fchren. Ich war Zeuge der entsprechenden telefonischen Instruktionen. Unser Staatsmann rief seinen Neffen in der Hauptstadt an, bei dem der Chauffeur \u00fcbernachtet hatte:<br \/>\n&#8222;Ist das Geld f\u00fcr den Sprit angekommen? Die ganze Summe? Gut. Gib das Geld dem Fahrer. Und gib mir den Fahrer. &#8211; &#8211; Chauffeur! Wehe Du rast auf dem R\u00fcckweg. Maximalgeschwindigkeit ist achtzig Kilometer pro Stunde. Achtzig! Achtzig! 80! ACHTZIG!<br \/>\n8zig! Achtzig! ACHTZIG! Was hei\u00dft das, Du hast nicht verstanden?? Gib mir meinen Neffen! &#8211; &#8211; Neffe. Rede mit dem Chauffeur. Er ist schwerh\u00f6rig. Sage ihm, dass er nicht rasen soll. H\u00f6chstens achtzig. Ich will nicht gleich den n\u00e4chsten Totalschaden haben! Geh mal ein paar Schritt beiseite! &#8211; &#8211; Okay, jetzt h\u00f6r&#8216; mir zu. Wenn der Fahrer losf\u00e4hrt, rufst Du mich an und gibst die Abfahrtzeit durch. Ich werde stoppen, wie lange er braucht. Wehe, es sind weniger als f\u00fcnfeinhalb Stunden!&#8220; Als ob das helfen w\u00fcrde. Der geschwindigkeitss\u00fcchtige Chauffeur wird wahrscheinlich mit &#8222;pedal to the metal&#8220; herumgasen &#8211; und daf\u00fcr kurz vor T\u00e9lim\u00e9l\u00e9 zwei Stunden Pause machen. &#8211; &#8211; Was ist aber nun mit dem Vertrauen? Es bleibt gut. Es w\u00e4chst langsam. Kontrolle ist auch okay. Aber Vertrauen bleibt die Grundlage eines menschlichen Lebens in geistiger Gesundheit. Wir versuchen t\u00e4glich die Gratwanderung zwischen gro\u00df\u00e4ugiger Gutgl\u00e4ubigkeit und zynischem Zweifel zu finden. Und zu vertrauen.<br \/>\nWie w\u00fcrde Schwarzenegger sagen: &#8222;Trust me!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geh\u00f6rt aber zu den vom Aussterben bedrohten Spezies. Sicher auch im s\u00e4kularisierten Europa, aber &#8211; ganz subjektiv und str\u00e4flich generalisiert &#8211; in Guinea noch viel mehr. 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